Geäst eines kahlen Baumes im Frühjahr

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Da fällt mir ein Zitat ein: „Am Anfang war das Wort“ (Johannes Evangelium 1:1-18).

Mit reinen Texten hat das Internet vor vielen Jahren angefangen. Es entstand in 1989 als Projekt der Forschungseinrichtung CERN bei Genf. Das Besondere war die Verbindung von einzelnen Texten über sog. Hyperlinks. Verschiedene Texte, auch unterschiedlicher Quellen, konnten mit Hilfe der Links verbunden werden und gemeinsame Inhalte ergänzt werden.

Das World Wide Web ist eine großräumige Hypermedia-Initiative zur Informationsbeschaffung mit dem Ziel, den allgemeinen Zugang zu einer großen Sammlung von Dokumenten zu erlauben. Tim Berners-Lee

Etwas später kamen Grafiken und Bilder hinzu.

Das klingt alles nach Geschichte, nach „früher“ (Opa erzählt aus seiner Jugend). Doch die Entwicklung war rasant. Zu den Texten kamen Illustrationen und später auch bewegte Bilder in Form von Animationen hinzu, dann auch Audios und Videos. Heute ganz normal.

Man versuchte sich bei der Gestaltung von Web-Seiten an den Regularien der Druckgestaltung zu orientieren. Die Seiten sollten „punktgenau“ gestaltet sein, ähnlich Büchern, Zeitschriften und Magazinen. Doch da waren die verschiedenen Browser vor! Nicht jeder hat die Seiten gleich interpretiert wie die Konkurrenz. Wir erinnern uns an eine Phase, in der auf den Seiten „best viewed with... (hier der Name und die Versionsnummer eines bestimmten Browsers, manchmal zusätzlich getoppt durch die Angabe der optimalen Bildschirmauflösung)“ stand als Anweisung für das optimale optische Erlebnis.

Alles kalter Kaffee, Schnee von gestern!

Nachdem wir uns daran gewöhnt hatten „ganz ohne Schnur“ zu Hause zu telefonieren und PCs leichter zu bezahlen waren und damit die Verbreitung zunahm, gab es zeitgleich bei den Browsern einen Entwicklungsschub (außer bei Microsofts Internet Explorer).

Heute sind Internetseiten mit allen erdenklichen Inhalten angereichert und unabhängig vom Betriebssystem des PCs bzw. Endgeräts zu nutzen. Auch hat die technischen Entwicklung mobiler Endgeräte (Notebooks, Tablets, Smartphones) zu einer Nutzung des Internets weg vom Schreibtisch-PC hin auf die Couch oder Liegewiese geführt.

Grafitti in der S-Bahn-Station Frankfurt-Mühlberg
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Alles was im Druckbereich möglich ist, was man aus dem Radio und vom Fernsehen kennt, all das kann eine Internetseite abbilden. Egal ob Unterhaltung, Information oder Aus- und Weiterbildung - das Internet ist das Medium schlechthin. Und die Erstellung von Web-Seiten ist die Basis dafür.

Wo gehobelt wird fallen Späne

Nicht unberücksichtigt lassen sollte man die Opfer dieser Entwicklung. Ein paar Beispiele mögen dies belegen:

  • Lexika und Nachschlagewerke werden nur noch in Ausnahmefällen gedruckt - es gibt ja eine Online-Ausgabe (kostenfrei?) oder Tante Gugel.
  • Der Einzelhandel verändert sich seit Jahren - Beratungen in Fachgeschäften ersetzen Beurteilungen und Bewertungen in Suchmaschinen.
  • Ergänzende Nachrichten und Meldungen in Radio und Fernsehen: „Weitere Information hierzu unter www...“.
  • Internetangebote, die zur vollständigen Nutzung „Systemwechsel“ provozieren, verlieren. Liest man ein Angebot mit dem Smartphone, wird man nicht ein Telefon für den Reservierungsanruf holen. Formulare müssen sich online ausgefüllen und abschicken lassen, nicht ausgedruckt, händisch ausgefüllt, dann gescannt und per Mail zum Anbieter zurück kommen.
  • Menschen, die nicht über das komplette Equipment verfügen, dürfen nicht in die Loser-Rolle gedrängt werden.
  • Apropos kostenfrei: Das Internet hat die „Geiz ist geil“-Mentalität gefördert. Alles umsonst ist gut! Wie sehen das Autoren, Fotografen, Musiker?